Den Wunschberuf ausüben

Meryem Altundag, meine erste Kandidatin, die ich im Rahmen des Netzwerk EBA als Coach begleitet habe, durfte ihre berufliche Grundbildung als Büroassistentin per Ende Juli 2013 erfolgreich abschliessen und das eidgenössische Berufsattest entgegennehmen.

Frau Altundag wurde während ihrer Lehre bei der Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind bereits durch das Case Management Zug und die FIB unterstützt und daher frühzeitig auf das Angebot des Netzwerk EBA aufmerksam gemacht. Nach ihrer kompletten Bewerbung für einen Platz beim Netzwerk EBA wurde in einem Erstgespräch mit Rémy Müller, Leiter Bildungsnetz Zug und mir das Bewerbungscoaching aufgegleist.
 

Bewerbungscoaching

Frau Altundag zeigte von Beginn an ihre Motivation, eine Anstellung als Büroassistentin zu finden, wo doch dies ihr Wunschberuf ist. Nebst einem lückenlosen Lebenslauf mit einem neuen Foto erarbeitete ich mit Frau Altundag ein persönliches Profil, welches ihre fachlichen und persönlichen Ressourcen sowie ihr berufliches Ziel beinhaltete und schliesslich ihr Bewerbungsdossier vervollständigte. Ihre freundliche und zuvorkommende Art sowie ihre Erfahrung bei punkto am Empfang galt es in Initiativbewerbungen hervor zu heben.

Auf Grund ihrer Lehre in einer sozialen Institution und das entsprechende Interesse von Frau Altundag für soziale Themen war das Sozialverzeichnis des Kantons Zug mit diversen interessanten Adressen und potenziellen Arbeitgeber zu einem geeigneten Instrument für gezielte Bewerbungen geworden. Nichts desto trotz waren telefonische und persönliche Kontakte unabdingbar, um einer reellen Chance für eine befriedigende Anschlusslösung als Büroassistentin näher zu kommen.  

Einen Versuch für eine Stelle im Verkauf - konkret bei der Nespresso Boutique Zug mit einem ersten Vorstellungsgespräch zur Folge - liess Frau Altundag zwar nicht aus, trotzdem hielt sie klar an ihrem Ziel, am Empfang zu arbeiten und als Assistentin administrativ zu entlasten, fest, worin ich sie als Coach und mittlerweile auch als Vertrauens- und Bezugsperson bestärken konnte.  

Das Bewerbungscoaching mit Frau Altundag war sehr intensiv und zeitaufwendig. Frau Altundag erlebte Hochs und Tiefs, letztere versuchte ich jeweils aufzufangen, indem ich Frau Altundag aufs Neue motivierte und ihr weitere Bewerbungsstrategien hinwies. Sie schätzte die gute Zusammenarbeit. Gross war die Erleichterung, als ich Frau Altundag von der Möglichkeit für ein Berufspraktikum bei der zuwebe berichtete. Gezielte und sehr offene Telefongespräche mit der Leitung Berufsintegration sowie später mit der Leitung Finanzen und Personaladministration führten dazu, dass sich Frau Altundag bei der zuwebe offiziell um ein Berufspraktikum von 6 Monaten bewerben und sich Anfang September 2013 persönlich vorstellen konnte. Das Team der Administration und Personal freute sich, Meryem Altundag als Praktikantin per 1. Oktober 2013 bei der zuwebe begrüssen zu dürfen.
 

Jobcoaching

Nach dem Vorstellungsgespräch bei der zuwebe war Frau Altundag dazu aufgefordert, sich mit der Chance eines Berufspraktikums in einem grossen Unternehmen wie die zuwebe und einem für Frau Altundag ganz neuen Klientel vertieft auseinander zu setzen, worin ich sie im Gespräch begleitete und ihr Wege aufzeigte, für sich Klarheit zu gewinnen. Anfangs fühlte sie sich verunsichert bezüglich den Aufgaben in drei verschiedenen Bereichen der Administration – Finanzen, Personal und Empfang. Insbesondere war es für Frau Altundag wichtig - auf Grund ihrer sehr feinfühligen Art - ihre „Hemmschwelle“ für Menschen mit einer Beeinträchtigung im Coaching thematisieren zu können. Diese Bedenken waren aber bereits in der ersten Arbeitswoche nicht mehr zu vernehmen.

Seit dem Stellenantritt bei der zuwebe gilt das Jobcoaching insbesondere dem offenen, regelmässigen Austausch zwischen Frau Altundag und mir als Coach sowie gemeinsam mit Frau Berger, Leiterin Finanzen und Administration. In der persönlichen Reflektion der Stärken und Schwächen von Frau Altundag ist zu erkennen, dass sich ihr Potenzial in ihrer neuen Aufgabe frei setzen kann.

Frau Berger legte bereits in einem Erstgespräch mit mir grossen Wert darauf, dass ein Jobcoaching über das Netzwerk EBA in der ersten Phase des Praktikums gewährleistet ist.

Frau Nicole Steiner, Praktikumsbegleitung, betonte die schnelle Integration von Frau Altundag ins Team und ins ganze Unternehmen der zuwebe. „Mir kam es vor, als hätte Meryem schon immer hier gearbeitet“.
 

Nach dem ersten Praktikumsmonat bei der zuwebe fand ein gemeinsames Gespräch mit Frau Berger und Herr Jauch statt. Als Jobcoach von Frau Altundag werde ich umfänglich über den Verlauf des Praktikums informiert. Die Auswertung und das Feedback war für Frau Altundag durchwegs positiv und legte dar, dass Frau Altundag bereits einige auch anspruchsvolle Aufgaben selbständig ausführen kann – sei dies das Verbuchen der Kreditoren, das Handling der Eingangs-bestätigungen und Absagen im Bewerbungs-management sowie die Bedienung des grossen und wichtigen Empfangs. Bei der zuwebe darf Frau Altundag tatsächlich ihren Wunschberuf mit allen Facetten ausüben.                                                                   

Frau Altundag selber betonte das unbeschreiblich gute und schöne Gefühl für ihre Aufgabe als Praktikantin sowie die vielen wertvollen beruflichen und persönlichen Erfahrungen, die sie täglich machen darf. „Die Klienten habe ich vom ersten Arbeitstag an ins Herz geschlossen. Dies hätte ich so nie für möglich gehalten.“
 

Mit dem Probezeitgespräch und dessen Vorbereitung mittels einer ausführlichen Selbsteinschätzung kann das Jobcoaching von Frau Meryem Altundag Ende Jahr 2013 erfolgreich abgeschlossen werden.

 

Bericht von Céline Stocker-Aregger
Im Dezember 2013

 

 

Erfolgsgeschichte  

Seit Juni 2013 engagiere ich mich für das Netzwerk EBA als externer Bewerbungs- und Jobcoach und begleite junge Menschen im Anschluss an die zweijährige berufliche Grundbildung (EBA). Das Netzwerk EBA wurde vom Bildungsnetz Zug und weiteren vier Lehrbertriebsverbünden des Kantons Aargau, Zürich, Basel und Fribourg initiiert. Es bietet Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger mit Eidg. Berufsattest eine fachlich kompetente Beratung und Unterstützung für eine optimale und aktive Stellensuche.
 

Mit den üblichen Bewerbungsunterlagen hat sich Frau Marija Damjanovic nach erfolgreichem Abschluss ihrer Lehre als Detailhandelsassistentin EBA Ende Juli 2013 bei Rémy Müller, Leiter Bildungsnetz Zug beworben. Frau Damjanovic absolvierte ihre berufliche Grundbildung an einem geschützten Arbeitsplatz im Rahmen der gaw arbeits- und wohnintegration in Basel bei einem Migros-Partner im Bereich Nahrungs- und Genussmittel. 
 

Im Erstgespräch erhielt Frau Damjanovic die Aufgabe, sich intensiver mit ihrem Berufswunsch, ihren Stärken und Schwächen auseinander zu setzen. Ihre Wunschstelle zitierte sie wie folgt: „Ich würde gerne in einem kleinen Detailhandelsbetrieb arbeiten, wo ich klar meine Aufgaben habe, weiss was zu tun ist und in Kontakt mit Kunden stehe.“
 

Frau Damjanovic erwähnte unter anderem ihre zurückhaltende und ruhige Art und ihren Bedarf an Unterstützung bei der direkten Kontaktaufnahme mit Firmen. Die Hilfe beim Kontakt zu Betrieben und die direkte Akquisition potenzieller Arbeitgeber ist eine der wichtigen und unterstützenden Massnahmen durch den Coach. So habe ich einen mir bekannten Arbeitgeber - die Alimentana Shops AG bzw. Aperto Zug am Bahnhof -  aufgesucht und konnte direkt mit der Filialleiterin Frau Heidi Fitzner den Bedarf an einer neuen Mitarbeiterin im Detailhandel klären. 
 

In einem intensiven Bewerbungstraining habe ich mit Frau Damjanovic den aktuellen Lebenslauf angepasst und präzisiert. Mit dem Bewerbungsschreiben an Aperto Zug entstand ein Brief, in welchem die Absicht und die Motivation von Frau Damjanovic für eine Anstellung bei Aperto klar auffielen. Wie bereits mit der Filialleitung Aperto Zug vereinbart durfte Frau Damjanovic ihr Bewerbungsdossier persönlich vorbeibringen. Dass sie sogleich zu einem Probetag eingeladen würde, damit hätte sie nicht gerechnet. 
 

Im Weiteren bereitete ich mit Frau Damjanovic den bevorstehenden Probetag und das Vorstellungsgespräch bei Aperto Zug vor. Sie meisterte diesen Einsatz konzentriert und erfolgreich. Als Jobcoach und Referenzperson konnten ich mit Frau Fitzner noch offene Punkte klären. Einen Tag später durfte Frau Damjanovic mit Freude ihre Stellenzusage bei Aperto Zug per September 2013 entgegennehmen.   
 

Erläuterungen und Erklärungen zum Arbeitsvertrag und den Sozialversicherungen  waren nun Teil des Jobcoachings. Frau Damjanovic konnte bestehende Unsicherheiten vor dem Stellenantritt formulieren und im gemeinsamen Gespräch wurden Lösungen dazu erarbeitet.

Der Umgang mit möglichen Schwachstellen gehörte ebenso zum Jobcoaching von Frau Damjanovic. Seit dem Stellenantritt bei Aperto hat Frau Damjanovic die Möglichkeit, sich in den einzelnen Sequenzen des Jobcoachings weiter zu entwickeln und zu öffnen.
 

Nach knapp einem Monat bei Aperto Zug erlebe ich Frau Damjanovic gestärkt und motiviert. Bei einem Besuch im Aperto begegnet mir eine junge Frau, die ihre Arbeit bereits vertraut und routiniert ausübt. Die neue Aufgabe macht Frau Damjanovic ganz offensichtlich Spass. Ihre Funktion als Detailhandelsassistentin bei Aperto Zug entspricht ihrem Berufswunsch. Die abwechslungsreiche und doch überschaubare Aufgabe, die gute Zusammenarbeit mit Frau Fitzner und dem ganzen Team gewichtet Frau Damjanovic mehr als eine garantierte Arbeitszeit von 100 %. 
 

Frau Fitzner bestätigt mir in einem Austausch das hohe Pflichtbewusstsein von Frau Damjanovic und fügt hinzu: „Frau Damjanovic hat meine Erwartungen übertroffen“. 
 

Bericht von Céline Stocker-Aregger
Im November 2013 für das NetzNews Bildungsnetz Zug